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Gemeinsamer Unterricht


Die heute bestehende breite Heterogenität in unserer Gesellschaft spiegelt sich natürlicherweise auch in der Zusammensetzung der Schülerschaft in den Schulen wieder. Diese Heterogenität sollte als Normalität gesehen werden und ist eine große Chance für alle Schülerinnen und Schüler, ob mit oder ohne sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Schule öffnet sich und stellt sich dieser neuen Aufgabe.

So hat die Klassenpflegschaft der sonderpädagogischen Fördergruppen der beiden Augustdorfer Grundschulen am 08.01.2004 den Antrag gestellt, ab dem Schuljahr 2005/2006  integrative Lerngruppen an der Erich Kästner-Schule Augustdorf einzurichten.

Auf diesen Antrag der Eltern hat die Augustdorfer Bürgervertretung einstimmig beschlossen, dass in Abstimmung mit dem Schulträger, der Schulaufsicht und der Erich Kästner-Schule eine integrative Beschulung in der Sekundarstufe I an der Erich Kästner-Schule eingerichtet wird.

Leitbild


Dem gemeinsamen Leben und Lernen im Sozialraum Schule kommt bei der Verwirklichung der Zielvorstellung „Heterogenität als Normalität" eine herausragende Bedeutung zu.

Das übergeordnete Leitziel der Erich Kästner-Schule Augustdorf lautet schon seit Jahren Toleranz gegenüber Anderen und Stärkung des Wir-Gefühls. Im gemeinsamen Unterricht nimmt diese Leitvorstellung konkrete Gestalt an und wird direkt erlebt.

So werden die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gleichberechtigte Mitglieder der Schulgemeinschaft und ihres Klassenverbandes.

„Anders-Sein" wird im alltäglichen Umgang untereinander wahrgenommen und erlebt. Eine „Schule für alle" bietet damit ein besonderes Lern- und Erfahrungsfeld, in dem soziale Kompetenzen wie

  1. Akzeptieren von Verschieden-Sein, von Stärken und Schwächen
  2. Erleben von Heteroginität und Individualität als Bereicherung
  3. Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft
  4. Toleranz und solidarisches Handeln

geübt und erworben werden können.

Der Gemeinsame Unterricht erfordert die Entwicklung und Pflege einer besonderen Lernkultur, von der alle Schülerinnen und Schüler profitieren:

Durch das Ausgehen von den individuellen Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten wird das Doppelpostulat „Fördern und fordern" und die „Prägung der eigenen Identität" gleichermaßen berücksichtigt. Auf diese Weise entsteht Selbstverwirklichung in sozialer Integration.